Aquamarin

Vom lichten Blau des Himmels bis zum tiefen Blau des Meeres leuchten Aquamarine in einem außergewöhnlich schönen Spektrum meist heller Blautöne. Er ist ein faszinierend schöner Edelstein. Frauen in aller Welt lieben ihn wegen seiner feinen blauen Farben, die fast jeder Haut- und Augenfarbe schmeicheln und kreative Edelsteingestalter lassen sich vom Aquamarin wie von kaum einem anderen Edelstein zu immer neuen Schliffkreationen inspirieren.

Sein helles Blau weckt Gefühle von Sympathie, Vertrauen, Harmonie oder Freundschaft. Es sind gute Gefühle. Sie beruhen auf Gegenseitigkeit und bewähren sich in dauerhaften Verbindungen. Das Blau des Aquamarins ist eine göttliche, eine ewige Farbe, denn es ist die Farbe des Himmels. Aquamarinblau ist aber auch die Farbe des Wassers mit seiner lebensspendenden Kraft. Und der Aquamarin scheint wirklich das lichte Blau der Ozeane eingefangen zu haben. Kein Wunder, denn der

Sage nach stammt er ja auch aus dem Tresor der märchenhaften Seejungfrauen und gilt seit alten Zeiten als Glücksstein der Seeleute. Sein Name ist abgeleitet aus den lateinischen Begriffen „aqua“ – Wasser und „mare“ – Meer. Es heißt, seine Kräfte kämen dann am besten zur Wirkung, wenn er in sonnendurchflutetes Wasser gelegt wird. Besser ist es aber sicherlich ihn zu tragen, denn das Tragen eines Aquamarins verspricht nach alten Überlieferungen eine glückliche Heirat und soll seine Trägerin froh und obendrein auch noch reich machen – ein idealer Edelstein, nicht nur für Verliebte und Ehepaare.

Edelstein mit vielen guten Eigenschaften

Der Aquamarin ist einer unserer beliebtesten und bekanntesten Edelsteine und zeichnet sich durch viele gute Eigenschaften aus. Er ist fast so beliebt wie die Klassiker Rubin, Saphir und Smaragd. Verwandt ist er mit dem Smaragd, der wie der Aquamarin zur Edelsteinfamilie der Berylle gehört. Die Farbe des Aquamarins ist allerdings meist gleichmäßiger verteilt als die des Smaragds. Weitaus häufiger als sein berühmter grüner Bruder ist er weitgehend frei von Einschlüssen. Der Aquamarin hat eine gute Härte (7_ bis 8 auf der Mohs´schen Skala) und einen wunderschönen Glanz. Seine gute Härte macht ihn recht unempfindlich und schützt ihn weitgehend vor Kratzern. Eisen ist die farbgebende Substanz des Aquamarins, dessen Farbenspektrum vom fast farblosen Blassblau bis zum kräftigen Meeresblau reicht. Je intensiver die Farbe eines Aquamarins ist, desto höher wird er bewertet. Manche Aquamarine schimmern leicht grünlich - auch das gehört zu seinen typischen Merkmalen. Nach wie vor jedoch gilt ein reines, klares Blau als typische Farbe des Aquamarins, weil sie die makellose Transparenz und den hohen Glanz dieses Edelsteins so gut zur Geltung bringt.

"Santa Maria" lässt die Herzen schlagen

Das lichte Blau dieses edlen Berylls gewinnt immer mehr Freunde. Die verschiedenen Farbnuancen des Aquamarins tragen klingende Namen: „Santa Maria“ heißen die seltenen, intensiv blauen Aquamarine aus der Mine Santa Maria de Itabira in Brasilien, die das Herz jedes Edelsteinliebhabers schneller schlagen lassen. Ähnliche Farbnuancen kommen auch aus einigen wenigen Edelsteinminen in Afrika, vor allem aus Mozambique. Zur besseren Unterscheidung tragen diese Aquamarine die Bezeichnung „Santa Maria Africana“. Nicht ganz so intensiv blau ist die „Espirito Santo“ Farbe für Aquamarine aus dem brasilianischen Staat Espirito Santo. Weitere Qualitäten bilden die Steine aus Fortaleza und Marambaia. Eine schöne Aquamarinfarbe wurde nach der brasilianischen Schönheitskönigin von 1954 benannt und trägt den Namen „Martha Rocha“.

An den Namen der Aquamarinfarben lässt sich die Bedeutung Brasiliens als Aquamarin- Fundland ablesen. Aus den Edelsteinminen des großen südamerikanischen Landes kommen die meisten Rohkristalle für den Weltmarkt. Immer wieder einmal werden hier auch große Aquamarin-Kristalle von makelloser Transparenz und herrlicher Farbe gefunden, was sonst bei Edelsteinen kaum vorkommt. Vereinzelt wurden in Brasilien sogar sensationell große Aquamarinkristalle entdeckt wie ein 1910 in Marambaia/Minas Gerais gefundener Kristall von 110,5 Kilogramm oder der 26 Kilogramm schwere und 1992 in Idar-Oberstein von Edelsteingestalter Bernd Munsteiner geschliffene „Dom Pedro“ - der größte jemals geschliffene Aquamarin. Doch werden Aquamarine auch in anderen Ländern gefunden, so zum Beispiel in Nigeria, Sambia, Madagaskar und Mozambique, Afghanistan oder Pakistan.

Lieblingsstein moderner Designer

Kaum ein anderer Edelstein wird in der modernen Schmuckgestaltung so vielseitig verarbeitet wie der Aquamarin. Klar und transparent im klassischen Treppenschliff oder als fantasievoll gestalteter moderner Schliff, immer ist er faszinierend schön. Auch ungeschliffen oder mit vielen Einschlüssen, die der Gestalter bei der Anlage der Schliffe mit einbeziehen kann, lässt er sich zu wunderschönen Kreationen verarbeiten. Designer nennen ihn ihren liebsten Edelstein. Immer wieder überraschen sie die Welt mit einer neuen, modernen Schliffkreationen und arbeiten dabei besonders gerne in Aquamarin. Diese kreativen Designerschliffe haben zweifellos mit zu seiner großen Popularität beigetragen. Die lichte Farbe des Aquamarins macht Einschlüsse leicht erkennbar. Deshalb sollten Aquamarine von möglichst guter Transparenz sein. Aber manchmal ergeben bei der Schliffgestaltung mit einbezogene Einschlüsse auch besonders reizvolle Effekte. Die helle Farbe des Aquamarins lässt dem Edelsteingestalter viel Spielraum mit feinen Riefen und Kerben, Rundungen und Kanten die Brillanz des Aquamarins voll zur Wirkung zu bringen. Jeder Aquamarin wird so zum Unikat, dessen magischer Anziehungskraft keine Frau widerstehen kann.